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Tiberius Auktionen

Das Auktionshaus in Wien im Herzen Europas

TIBERIUS-AUCTIONS ist das online Auktionshaus in Wien. Nur einen Steinwurf vom kaiserlichen Schloss Schönbrunn entfernt, finden Sie in gehobenem Ambiente eine reiche Auswahl an Kunstwerken und Antiquitäten aus allen Epochen der Geschichte. Qualität vor Quantität ist unser Credo. Mehrmals jährlich finden in unserem Auktionshaus Kunst-Versteigerungen statt. Unser Angebot reicht von Gemälden der Alten Meister, des 19. Jahrhunderts und den großen Malern der Klassischen Moderne bis zu namhaften Zeitgenossen. Skulpturen von der Antike, über die Gotik und der Renaissance bis zu den Bildhauern des 19. & 20. Jahrhunderts, erlesene Antiquitäten & Kunstkammerobjekte komplettieren unser vielfältiges Angebot.

Porträtbüste des römischen Kaisers Caracalla
Umkreis Giambologna, 1529-1608
Ca. 1580–1600
Weißer Marmor (wohl Carrara)
Höhe: 66 cm, inklusive zeitgenössischem Rundsockel
Dem Alter entsprechend hervorragender Erhaltungszustand;
sehr gute Bewahrung der feinen Oberflächenstrukturen.

€ 20000 – 40000

Vorschau der 23. Tiberius Auktion

Bei der vorliegenden Skulptur handelt es sich um eine meisterhafte, verkleinerte Interpretation des berühmten „Farnese-Typs“ des Kaisers Caracalla. Das monumentale antike Original wurde um 1545/46 in den römischen Caracalla-Thermen ausgegraben und avancierte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Inbegriff des ausdrucksstarken, psychologisch dichten Herrscherporträts.

Die Büste fängt die charakteristische Ikonographie des Soldatenkaisers detailgetreu ein: Der Kopf ist in einer abrupten, dynamischen Bewegung scharf nach links gewendet. Die tief gefurchte Zornesfalte über der Nasenwurzel, die zusammengezogenen Augenbrauen und der misstrauisch-grimmige Blick verleihen dem Porträt jene emotionale Intensität, die Sammler und Künstler um 1600 faszinierte. Caracalla ist mit einer klassischen Toga drapiert, die auf der linken Schulter von einer Fibel zusammengehalten wird.

Die Ausführung der Büste zeugt von einem außergewöhnlich hohen handwerklichen und künstlerischen Niveau, das die typische Funktionsweise der florentinischen Großwerkstatt von Giambologna (Jean de Boulogne, 1529–1608) widerspiegelt. Giambologna agierte am Hof der Medici primär als genialer Konzeptkünstler, der Entwürfe in Ton oder Wachs modellierte, während er die physische Ausführung in Marmor meist an hochkarätige Spezialisten seines engsten Kreises delegierte. Das vorliegende Werk vereint die stilistischen Innovationen der beiden bedeutendsten Marmor-Meister dieser Schule:

Die dichten, kurzen Locken des Kaisers und der charakteristische Stoppelbart wurden unter intensivem Einsatz von Drehbohrern unterschiedlicher Durchmesser ausgearbeitet. Das Setzen differenzierter, variierender Bohrtiefen bricht die inhärente Schwere des Steins auf. Es entsteht ein virtuoses Spiel aus Licht und Schatten (Chiaroscuro), das dem Haar eine lebendige, fast taktile Dreidimensionalität verleiht. Diese Technik der gezielten Perforation und das Erzeugen tiefer Schattenhöhlen im Marmor verweisen direkt auf die Arbeitsweise des jungen Pietro Tacca (1577–1640), der in den 1590er Jahren in die Werkstatt eintrat und den Übergang zum barocken Illusionismus einleitete. Die Faltenwürfe der Toga sind extrem tief unterschnitten und partiell so stark unterhöhlt, dass sich der Marmor optisch völlig vom Rumpf löst. Die Kanten wirken dadurch hauchdünn, fast scharfkantig und täuschend stofflich. Diese Demonstration vollkommener Materialbeherrschung war die absolute Spezialität von Pietro Francavilla (Pierre de Francqueville, 1548–1615), Giambolognas wichtigstem Mitarbeiter für Großaufträge in Marmor. Francavilla war dafür bekannt, das physikalische Risiko des extremen Ausdünnens zu suchen, um dem Stein eine ungeahnte textile Leichtigkeit zu verleihen.

Ein entscheidendes Indiz für die Verortung im direkten Umfeld des Florentiner Medici-Hofes liefert die Gestaltung der Gewandnadel (Fibel). Diese ist in analoger Verkleinerung zum römischen Original im heutigen Nationalmuseum in Neapel (Inv. 6033) ausgeführt – bestehend aus einem kannelierten (gerillten) Rundknopf, der oben von einem kleineren runden Knopf abgeschlossen wird. Auch das Größenverhältnis von 65cm Höhe der Farnese Büste und 66cm der hier präsentierten unterstreicht die detailgetreue Verbundenheit zum antiken Vorbild.

Diese kompromisslose archäologische Treue bei gleichzeitiger skulpturaler Verfeinerung entspricht exakt dem akademischen Anspruch der Schule Giambolognas. Der Hof in Florenz besaß eine der weltweit besten Sammlungen von Gipsabgüssen römischer Antiken. Bildhauer dieses Kreises nutzten diese präzisen Vorlagen, um monumentale römische Prototypen fehlerfrei in intime, perfekt proportionierte Kabarettformate dieser Größe zu übersetzen, die für die Nischen fürstlicher Kunstkammern und Privatbibliotheken bestimmt waren.

Über die rein formale Qualität hinaus besitzt diese Büste eine tiefgreifende kulturhistorische Dimension, die sie im Zentrum des frühneuzeitlichen Repräsentationssystems verortet. Die Entdeckung des Farnese-Caracalla Mitte des 16. Jahrhunderts fiel in eine Epoche schwerer politischer Umbrüche in Italien. Für die Fürsten des Spätmanierismus war Caracalla nicht länger nur ein historischer Tyrann, sondern die ultimative Verkörperung von Auctooritas (herrscherlicher Autorität) und unbändiger, furchteinflößender Entschlossenheit. Ihn in der eigenen Galerie aufzustellen, war ein psychologisches Statement: Es demonstrierte die eigene Wehrhaftigkeit und unerschütterliche Macht. Um 1600 wurde es an den europäischen Höfen – von Florenz über Prag bis Paris – zur Mode, lange Prachtkorridore mit den Porträts der römischen Kaiser auszustatten (meist basierend auf den Viten von Sueton). Eine Büste in der exquisiten Kabarettgröße von 66 cm war prädestiniert für ein solches Ensemble. Dass diese Arbeit aus der allerersten Generation von Luxuskopien stammt (nur wenige Jahrzehnte nach dem Fund des antiken Vorbilds), macht sie zu einem seltenen Originalzeugnis für den Beginn dieses gesamteuropäischen Sammelphänomens.

In der Kunsttheorie des Spätmanierismus galt die bloße Nachahmung der Antike als unzureichend. Das Ziel war die Superatio – das Übertreffen des antiken Vorbilds durch gesteigerte Kunstfertigkeit (Artificio). Während das antike Original in Rom durch seine monumentale Wucht wirkte, demonstriert der Schöpfer dieser verkleinerten Büste seine Überlegenheit im Detail: Die hauchdünnen Unterschneidungen der Toga und das meisterhaft gesteigerte Chiaroscuro der Haarlocken zeigen, dass der Bildhauer um 1600 die antiken Meister technisch herausfordern und übertreffen wollte.


Die Marmorbüste des Caracalla aus dem Zeitraum 1580–1600 stellt ein hochkarätiges Dokument des späten europäischen Manierismus dar. Das Fehlen einer schriftlichen Dokumentation wird durch die inhärente Qualität der Bildhauerarbeit vollständig kompensiert. In ihrer Kombination aus psychologischer Ausdruckskraft, der meisterhaften Beherrschung von Bohrer und Meißel sowie der direkten formalen Synthese aus Francavillas stofflicher Eleganz und Taccas optischer Dramatik handelt es sich um ein Objekt von musealer Güte und erheblichem Seltenheitswert für die Skulpturenkunst der Frühen Neuzeit.

AUKTION:

28./29./30. April 2026, 15.00 Uhr

VORBESICHTIGUNG:

Mo 20.4.
Di 21.4.
Mi 22.4.
Do 23.4.
Fr 24.4.
Mo 27.4.

10.00 – 16.00 Uhr
10.00 – 16.00 Uhr
10.00 – 16.00 Uhr
10.00 – 16.00 Uhr
10.00 – 16.00 Uhr
10.00 – 16.00 Uhr

22. Tiberius Auktion

GROSSE FRÜHJAHRSAUKTION

Anlässlich unserer großen Frühjahrsauktion, 28.-30. April 2026, täglich ab 15.00 Uhr, versteigern wir wieder eine Vielzahl an herausragenden, außergewöhnlichen, kuriosen faszinierenden Kunstwerken, Antiquitäten, Designobjekten und Sammlerstücken. Vom Mittelalter bis ins 20. Jh. findet jeder Connaisseur das passende für seinen Geschmack. Mit der Sammlung Hollaender, elf bedeutende Gemälde des Barock, der Neuentdeckung von Jean Francois de Troy, 1679-1752, sowie einem neapolitanischen Werk des 17. Jahrhunderts sind
die Alt-Meister Gemälde des 16.-18. Jahrhunderts ein spannendes Segment in dieser Versteigerung. Eine tolle Auswahl Orden, charmante Schmuckstücke, hochwertige Einrichtungsgegenstände, eine feine, kleine Kollektion Tiffany Vasen, Silber, Glas, Porzellan, Möbel, Teppiche, Dekoratives uvm., werden Ihr Auge entzücken und die Leidenschaft wecken.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei TIBERIUS-AUCTIONS

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Vorschau

der 19. Tiberius Auktion

Hl. Familie mit Johannesknaben
17. Jahrhundert
Startpreis: € 3.000

Madonna
Raum Köln, um 1300
Startpreis: € 8.000

Paar elegante Kerzenleuchter
Empire, um 1800
Startpreis: € 1.200

Minaudière oder Necessaire
Wien um 1880/1900
Startpreis: € 1.500

Geburt Christi
1. Hälfte 16. Jahrhundert
Startpreis: € 4.000

Jean Frédéric Schall
Strasbourg 1752 – 1825 Paris
Startpreis: € 1.000

Giambattista Pitoni
Venedig 1687 – 1767 Venedig, zugeschrieben
Startpreis: € 800

Verner Panton
Gamtofte Parish 1926 – 1998 Kopenhagen
Startpreis: € 50

Aufsatzschrank
16./17. Jahrhundert
Startpreis: € 800

Große Ikone
Russland
Startpreis: € 500

Luis Paret y Alcázar
Madrid 1746 – 1799 Madrid, zugeschrieben
Startpreis: € 3.000

Dinosaurier
Firma Steiff
Startpreis: € 50

Leonhard Posch
Fügen 1750 – 1831 Berlin
Startpreis: € 5.000

Folio eines Stundenbuchs
Flämisch
Startpreis: € 2.000

Anna unterweist Maria
Anfang 16. Jahrhundert
Startpreis: € 4.000

Heiliger Johannes der Täufer
Böhmen, Um 1410/15
Startpreis: € 6.000

Paar Kerzenleuchter
Chinesische Motive
Startpreis: € 800

Große Vase
Franz Heckert
Startpreis: € 60

Satyr
In der Art von Giambologna
Startpreis: € 3.000

David Degler
Deutschland, ca. 1600-1682, zugeschrieben
Startpreis: € 1.000

Alfred Hrdlicka
Wien 1928 – 2009 Wien, zugeschrieben
Startpreis: € 500

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Tiberius Auktionen - Auktionen

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Die selektive Auswahl bei unseren „Kunst-, Antiquitäten-, & Designauktionen“ gibt Ihnen die Möglichkeit aus einem breitgefächerten Angebot, hochwertige Objekte zu ersteigern.

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Tiberius Auktionen - Fachgebiete

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Tiberius Auktionen - Kunst verkaufen

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Durch mehrere Generationen Erfahrung im nationalen und internationalen Kunsthandel und dem damit verbundenen Fachwissen können wir jedes Kunstwerk genau einschätzen und bewerten. Unsere weltweiten Kontakte zu Museen, großen Sammlungen und einer Vielzahl von öffentlichen Institutionen geben Ihnen die Gewissheit bei TIBERIUS-AUCTIONS immer den bestmöglichen Verkaufspreis für Ihre Kunstwerke zu erzielen.

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