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Pietà

10. Auktion

Los 699 Auktion

Pietà

Nachverkaufspreis:  3.882

  • USD: 4.200 $
  • GBP: 3.325 £
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Zusätzliche Informationen

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Rheinland
Vor 1380/90
Lindenholz geschnitzt mit Resten polychromer Fassung
Höhe 76 cm, Breite 36 cm, Tiefe 20 cm

Die Pietà oder das Vesperbild zeigt Maria als trauernde Mutter, genannt Mater Dolorosa (Schmerzensmutter), mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus auf ihrem Schoß. Als Andachtsbild wurde es ab dem 14. Jahrhundert populär und verdeutlicht den Aspekt des Leidens seitens der Mutter Maria. Daher ist bei dieser Darstellung auch der Körper Christi hierarchisch etwas kleiner dargestellt als jener der beweinenden Mutter. Interessanterweise beruht diese Bildkonvention nicht auf Schriftquellen, wie etwa der Bibel, sondern rein auf mystischen Vorstellungen. Es steht dabei im direkten Gegensatz zu den vielfältigen Madonnendarstellungen, bestehend aus Maria mit dem Jesuskind, obwohl der Mutter-Kind-Typus beibehalten wird. Dies könnte ebenfalls ein Indiz dafür sein, warum Jesus in Pietà-Darstellungen manchmal kindlich-klein gezeigt ist. Ebenso könnte die Mutter dadurch in ihrer Trauer hervorgehoben sein. Tatsächlich ist Marias leicht herabgeneigter Kopf durch den voluminösen Schleier bedeutungsperspektivisch größer gezeigt. Schmerzvoll zusammengezogene Brauen und betonte Nasolabialfalten drücken die Trauer Marias in expressiver Weise aus. Ihre großen Hände umfassen Schultern und Hüften des Sohnes, beinahe so, als würde sie ihr Kleinkind im Schoß wiegen. Sie blickt hinab in sein totenstarres Gesicht, das gen Himmel gewandt ist. Hier sind die Augenbrauenpartie und der Vollbart hervorgehoben und machen Jesus zusammen mit der Dornenkrone sofort kenntlich. Sein abgemagerter Körper hängt schlaff in den Armen der Mutter, die Beine baumeln abgewinkelt zu Boden. Sein linker Arm ist in ergebener, mit Handfläche nach oben gewandter Haltung nach vorne abgewinkelt. Die stilisierten Rippenbögen, die sich unter der Haut abzeichnen, sind durch den V-förmig eingekerbten Bauchraum vom Perizonium getrennt, dass die technische Ausarbeitung der Hautfalten in ähnlicher Art aufnimmt. Dadurch werden die schrecklichen Torturen des Messias in dramatischer Weise betont.
Die Darstellung ist vergleichbar mit jener rheinländischen Pietà um 1380/90 aus dem Schnütgen Museum (A 1052), wobei bei jener eine größere Dramatik vorliegt als bei der stillen Trauer dieser Darstellung. Ein sehr verwandtes Beispiel ist jenes Vesperbild aus dem 14. Jahrhundert aus der Kirche St. Johannes am Domberg in Freising (Bayern) aufgrund der Haltung des verstorbenen Jesus. Die Figurengruppe kann also stilistisch in das letzte Viertel des 14. Jahrhunderts datiert werden und wurde vermutlich im Rheinland geschaffen. Die teigig-weichen Falten des Gewandes am Unterkörper Marias finden ihren Ausdruck in zentral angelegten Schüsselfalten die spitz zulaufen und noch nicht den Internationalen Stil um 1400 widerspiegeln.

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