Geburt Christi | 7. Tiberius Auktion
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Geburt Christi

7. Tiberius Auktion

Geburt Christi

Nachverkaufspreis:  15.168

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Geburt Christi
Rheinland/südliche Niederlande
Um 1500
Holzrelief geschnitzt & polychromiert
43 x 42 cm, mit Rahmen 51 x 50 cm

Dieses quadratische Relief mit der Darstellung der Geburt Christi zeigt mit vielen sorgfältig hinzugefügten Details einen Aspekt der Heilsgeschichte Christi. Dieses Bildthema wurde bereits auf antiken bzw. frühchristlichen Sarkophagen dargestellt und erfreute sich auch im Mittelalter großer Beliebtheit.

Maria, in einen weiten Mantel mit ausladenden, voluminösen Falten gehüllt, sitzt mit vor der Brust verschränkten Händen vor dem nackten Jesuskind, das auf ein Tuch gebettet ist. Die Mutter ist dabei von der Stallarchitektur visuell überhöht; darin ruhen Ochs und Esel, wobei der Ochs gerade seinen Kopf zum Heu-Trog hinaufstreckt und zu fressen scheint; ein spielerischer Moment der sonst andächtig-feierlichen Atmosphäre. Um das gerade geborene Kind sind drei Engel mit großen goldenen Flügeln versammelt. Zwei davon blicken mit verschränkten Händen auf den Heiland hinab, während der Dritte scheinbar am Tuch zieht, um dem Kind möglicherweise ein angenehmeres Bett zu verschaffen. Um sie herum sind die Stadtmauern mit einer geöffneten Tür wie ein „Hortus conclusus“, also ein geschlossener Garten, abgebildet. Eine bärtige Männerfigur mit am Gürtel befestigten Werkzeugen beugt sich über die Zinnen der Mauer; hierbei handelt es sich wahrscheinlich um den Zimmermann Josef, womit die Heilige Familie komplett ist. Im Hintergrund ist eine Stadtvedute mit Befestigungsmauern zu sehen, vor denen Hirten ihre Schafe durch eine hügelig-felsige Landschaft treiben. Von rechts oben nähert sich der Engel des Herrn, der die frohe Botschaft über die Geburt Christi verkündet. Ein Hirte blickt gebannt zu ihm auf, während ein anderer zu fliehen scheint.

Die Relieftafel stammt vermutlich aus dem Seitenflügel einer Altarretabel, wo sie in den biblischen Zyklus eingebunden war. Die üppigen und komplexen Falten lassen auf eine Entstehungszeit um 1500 schließen. Die umringenden Engel erinnern dabei an Albrecht Dürers Holzschnitt aus dem Marienleben mit dem gleichen Sujet, der um 1503 entstand. Ein ähnliches Relief findet sich weiters im nördlichen Seitenschiff des Dom St. Peter in Worms von 1515, wobei das hier gezeigte Objekt das Gegenstück zu Los 560 darstellt. Zuletzt ist anzumerken, dass besonders die hier wunderbar erhaltene Originalfassung hervorzuheben ist, da diese bei skulpturalen Werken dieser Gegend außerordentlich selten ist.

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