Jacopo Palma il Giovane | 3. Tiberius Auktion

40° 33′ 0” N 14° 16′ 0” O

3. Tiberius Auktion​

Nachverkauf bis 31. Dezember 2021
Die Nachverkaufspreise sind inklusive aller Gebühren

Los 4 Auktion

Jacopo Palma il Giovane

Venedig 1548 – 1628 Venedig
Sacra Conversatione

Nachverkaufspreis:  10.000

Additional information

Sacra Conversatione
Mittig unten am Sockel des Throns datiert: MDLXXXXVIIII (1599)
Öl auf Leinwand, doubliert
146 x 87 cm (mit Rahmen 170 x 104 cm)
Rahmen 19. Jhdt. vergoldet

Das Gemälde (146 x 87 cm) stellt eine sogenannte Sacra Conversazione dar, bei der Heilige im Gespräch vertieft sind und hier sogar als Fürbitter fungieren. Es ist im Stil der Venezianischen Schule gehalten und auf dem Sockel unter den Füßen der Madonna inschriftlich auf 1595 datiert, gefolgt von: „INT(ercessorum) ADI(utrix) 8. NOVEMBRIS MORS“. Maria fungiert hier als Helferin und Vermittlerin eines am 8. November 1595 Verstorbenen, wie der Totenkopf als Symbol des Memento Mori zusätzlich unterstreicht. Als Fürbitter ist der Eremit und Kirchenvater Hieronymus eingesetzt, der typischerweise als älterer Mann mit langem weißem Bart dargestellt ist. Eine Hand ruht auf der Schulter des knienden Mannes, während die andere Hand im Sprechgestus erhoben ist. Er blickt zur Madonna, die wiederum auf das Paar herabsieht. Dieses nimmt keine Notiz von den Heiligen sondern ist dem Betrachter zugewandt, ebenso wie der vermutliche Stifter auf der rechten Bildhälfte. Die Zuwendung der Heiligen lässt den Schluss zu, dass eine Person – oder beide – des Paares auf der linken Seite verstorben ist, für die der vermeintliche Stifter rechts nun dieses Werk in Auftrag gegeben hat.
Die Szene ist in einer Architektur mit purpurnem Vorhangmotiv verortet; der blaue Himmel spiegelt sich in Marias Mantel wider und betont die himmlische Sphäre, in der sich die Heiligen bewegen. Maria und Kind sind erhöht dargestellt; die Mutter ist in typischer venezianischer Manier in blauem und pinkem Gewand und mit weißem Schleier dargestellt, der um ihren Kopf gewunden ist. Durch den leuchtenden Nimbus hebt sie sich von ihrem Sohn und Hieronymus ab, die beide nur filigran nimbiert sind. Sie ist nach vorne gebeugt und hat ihr nacktes Kind auf dem Schoß, das im Sprech- oder Segensgestus mit zwei ausgestreckten Fingern auf das irdische Paar verweist. Mann und Frau sind in modischer Tracht des Venedigs im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts dargestellt: Die Frau trägt ein besticktes rotes Kleid, Perlenschmuck und hoch aufgetürmte Locken, während der Mann einen langen Mantel, der mit Hermelinfell gefüttert ist, sowie einen Schnauz- und Kinnbart trägt. Der Mann auf der rechten Seite könnte ein Verwandter des Paares (möglicherweise ein Sohn?) sein, der sich in zurückhaltenderer Manier als Stifter auf dem Gemälde darstellen ließ.
Große Ähnlichkeiten bestehen zum Oeuvre des Jacopo Negretti, auch genannt Jacopo Palma Il Giovane, (1548/50-1624), besonders zum 1605 gefertigten Bild von Madonna mit dem Heiligen Benedikt und anderen Heiligen in der Kirche San Zaccaria oder der Verkündigungsdarstellung von 1590 im Chor der Kirche der Madonna dell’Orto, beides in Venedig. Besonders die Gesichtsphysiognomie Marias, die feinen Locken des Jesuskindes sowie die Haare der irdischen Frau sind stark verwandt und zeigen die Orientierung des Malers am Stil Tintorettos, sowie dessen Verhaftung in der venezianischen Renaissancemalerei. Die typische vertikale, nach oben abgerundete Form, die leuchtenden Farben, sowie das Himmelsfenster sind weitere charakteristische Merkmale für die Werke Jacopo Palma Il Giovanes.

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